Tag 11 – Zwischen Rollerwahnsinn und italienischer Landidylle
415 Kilometer lagen vor uns. Laut Navi eigentlich eine entspannte Etappe von rund 4,5 Stunden – daraus wurde am Ende jedoch ein deutlich längerer 8 stündiger Reisetag mit allerlei kleinen italienischen Lektionen.
Noch kurz nach dem Start in Giens legten wir in Toulon – La Garde einen obligatorischen Zwischenstopp bei Decathlon ein. Der Grund war denkbar simpel: eindeutig zu wenige kurze Socken im Gepäck. Irgendwie gehören Decathlon-Filialen und Fotohändler inzwischen aber ohnehin fest zu unseren Reisen dazu – fast schon traditionelle Zwischenstopps.
Kurz nach der italienischen Grenze folgte dann direkt die erste Überraschung: Für unseren Anhänger gelten hier nicht nur andere Tempolimits, sondern auch vorgeschriebene „70“- und „80“-Aufkleber am Heck. Also hieß es erstmal organisieren, aufkleben und weiterfahren. Funktional vielleicht sinnvoll – schön sind diese Dinger allerdings wirklich nicht. 😅
Mit Gespann und konstantem Tempo 80 ging es anschließend weiter Richtung Norden. Gefühlt waren wir dabei allerdings die Einzigen, die sich tatsächlich an die Begrenzungen hielten. Wenn dich bergab plötzlich ein Tanklastzug mit gefühlten 100 km/h überholt oder direkt hinter der Mautstation mit Vollgas an dir vorbeizieht, wird einem mit Anhänger schon etwas mulmig.
Als wäre das nicht genug gewesen, wurde irgendwann auch noch die komplette Autobahn gesperrt und wir mussten ungeplant abfahren. Kurz darauf fanden wir uns mitten im italienischen Stadtverkehr wieder – inklusive des berühmten Rollerwahnsinns. Links, rechts, überall schossen Vespas und Motorroller an uns vorbei, während wir versuchten, unser Gespann möglichst entspannt durch enge Straßen und dichten Verkehr zu manövrieren.
Das ist sie also – diese typische malerische Idylle und der Flair, den die ligurische Riviera laut Filmen verströmt … 😂😂
Am Abend erreichten wir schließlich völlig erschöpft unseren Zwischenstopp auf dem Soul Farm Agricamping. Der kleine biologisch geführte Hof zwischen Feldern und Tieren wirkte auf dem Papier wie die perfekte ruhige Oase nach diesem Reisetag – und idyllisch ist es dort definitiv auch.
Allerdings lag die Autobahn nur etwa 100 Meter entfernt. Das permanente Rauschen klang interessanterweise aber nur für eine von uns wie beruhigendes Meeresrauschen. Für mich halfen am Ende eher die Ohropax dabei, doch noch irgendwie Schlaf zu finden. 😅
Noch kurz alles für die Nacht vorbereiten, hinein ins Bett und einfach nur schlafen.
Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Verputzen der letzten beiden Pastel de Nata, die wir noch aus Frankreich dabei hatten, weiter Richtung Lago d’Iseo – endlich richtig hinein nach Bella Italia.
🌡️ 24 °C







