Tag 10 – Marktbesuch in Giens, letzte Vorbereitungen und ein Abschiedsabend an der Plage de la Badine
Unser letzter voller Tag auf der Presqu’île de Giens begann entspannt mit einem Besuch des kleinen Wochenmarkts in Giens. Zwischen Marktständen voller sonnengereifter Früchte, duftender Kräuter, regionaler Käsesorten und frischem Baguette herrschte genau diese typische südfranzösische Atmosphäre, die man am liebsten konservieren würde. Händler unterhielten sich lautstark mit Einheimischen, irgendwo klirrten Kaffeetassen und über allem lag der Duft von Lavendel, Gewürzen und warmer Mittelmeerluft.
Mit einigen Leckereien für den Abend kehrten wir anschließend zu unserem Campingplatz zurück. Dort begann langsam der weniger romantische Teil des Tages: das Rückbauen unseres kleinen Basislagers. Doch selbst das fühlte sich nicht hektisch an. Entspannt und beinahe etwas wehmütig wanderte Stück für Stück zurück in seine Transportbehälter. Taschen wurden sortiert, Ausrüstung verstaut und der Anhänger langsam wieder reisefertig gemacht. Dabei verloren wir völlig das Zeitgefühl.
Erst später schwangen wir uns noch einmal auf die Fahrräder und drehten unsere letzte größere Runde entlang der Salinen von Hyères. Der Wind hatte sich gelegt und die Wasserflächen lagen beinahe spiegelglatt vor uns. Flamingos standen regungslos in den flachen Salzbecken, während Möwen und Seeschwalben über die Landschaft glitten.
Zum Abschluss unseres Aufenthalts zog es uns am Abend noch einmal an den Strand von La Badine. Mit Wein, regionalem Käse und frischem Baguette saßen wir im warmen Sand und blickten hinaus auf das ruhiger werdende Meer.
Direkt vor uns spielte sich dabei eine kleine Szene ab, die uns noch lange ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern sollte: Eine Möwe schnappte sich blitzschnell das letzte Stück Pizza eines kleinen einheimischen Mädchens direkt vom Strandtuch und verschlang ihre Beute innerhalb weniger Sekunden.
Das Mädchen reagierte herrlich empört. Mit einer langen gelben Strandschaufel bewaffnet verscheuchte sie lautstark jede weitere Möwe, die es wagte, sich zu nähern. Doch der Kampf kam zu spät – von der Pizza war bereits nichts mehr übrig.
Während langsam die Sonne tiefer sank, beobachteten wir noch eine ganze Weile das Treiben der letzten Menschen am Strand. Jugendliche spielten lachend Fußball im Sand, andere saßen in kleinen Gruppen zusammen, unterhielten sich oder genossen einfach die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages.
Als das Licht schließlich schwächer wurde und die Luft langsam abkühlte, machten auch wir uns mit unserem Bollerwagen auf den Rückweg zum Zelt – begleitet vom leisen Rauschen des Mittelmeers und diesem stillen Gefühl, dass unsere Zeit auf der Presqu’île de Giens viel zu schnell vergangen war.
Morgen heißt es Abschied nehmen von der Côte d’Azur. Nach Tagen voller Küstenwanderungen, Salzlagunen, Flamingos, türkisfarbenem Wasser und warmen Sonnenuntergängen packen wir unser kleines rollendes Basislager nun endgültig zusammen.
Die Reise führt uns weiter Richtung Italien. Vorbei an der ligurischen Küste geht es mit einem kurzen Zwischenstopp in die Nähe von Mailand, zu unserem nächsten Ziel: Lago d’Iseo.
Nach der rauen Schönheit der Presqu’île de Giens wartet nun ein neues Kapitel voller italienischer Bergkulissen, kleiner Uferorte, verwinkelter Gassen und hoffentlich ebenso unvergesslicher Momente auf uns. Statt salziger Mittelmeerluft begleiten uns bald die ruhigen Wasser eines Alpensees, steile Berghänge und vermutlich deutlich mehr Espresso als Roséwein.
Die Vorfreude auf Bella Italia wächst bereits mit jedem verstauten Gepäckstück.
🌡️ 21 °C














































