Tag 17 – Kurzausflug nach Meran
Die Nacht oberhalb von Völlan war ungewöhnlich still. Kein Verkehr, kein Stimmengewirr – nur absolute Ruhe. Gegen vier Uhr morgens schoben sich die ersten Sonnenstrahlen wie ein goldener Kranz über die Berggipfel. Fast schlagartig wurde die Stille von einem immer lauter werdenden Konzert aus Vogelstimmen verdrängt.
Nach dem Aufstehen und einer kurzen Morgenroutine begannen wir bereits damit, den Anhänger für die spätere Weiterreise vorzubereiten. Doch bevor es endgültig Richtung Norden gehen sollte, wollten wir noch einmal nach Meran.
Wie bei unseren letzten Besuchen gab es auch diesmal wieder ein paar feste Anlaufstellen. Auf der Einkaufsliste standen regionale Spezialitäten: die typischen Mangoflocken – eine hier erhältliche Variante getrockneter Mango, fein zu kleinen Flocken verarbeitet – und natürlich ein Stück Südtiroler Weinkäse für unsere mittlerweile fast schon traditionellen Wein-Käse-Abende unterwegs.
Während ich im Feinkostladen die Käsetheke inspizierte und zwischen Speck, Schinken und Käse auswählte, stöberte Christiane auf der anderen Straßenseite bereits nach einem neuen Bikini.
Zuvor hatten wir noch gemütlich in der historischen Wandelhalle an der Passer auf einer der alten Bänke gefrühstückt. Zwischen den Säulen und entlang des Weges huschten Spatzen und Buchfinken umher und sammelten mutig die herabfallenden Krümel ein. Fotografieren lassen wollten sich die kleinen Diebe allerdings nicht.
Während wir dort saßen, entdeckten wir außerdem einen kleinen handgeschriebenen Zettel mit liebevollen Abrissbotschaften wie „du bist toll“ oder „du bist geliebt“. So eine dieser unscheinbaren Kleinigkeiten, die einem auf Reisen plötzlich im Gedächtnis bleiben und einem irgendwie ein kleines Lächeln abringen.
Unser Gespann hatten wir derweil oben am Stellplatz auf rund 700 Metern Höhe zurückgelassen. Selbst ohne Anhänger blieb die Parkplatzsuche in Meran kompliziert. Unser Fahrzeug fährt mit LPG und Benzin – und genau das wird hier schnell zum Problem, denn viele Parkhäuser sind damit tabu. Mit etwas Glück fanden wir schließlich noch einen Straßenparkplatz unweit des Zentrums. Günstig war der Spaß allerdings nicht: Knapp zehn Euro für drei Stunden.
Zum Abschluss gönnten wir uns noch einen Eiskaffee, bevor es zurück hinauf zu unserem Hänger ging. Kurz darauf hieß es dann endgültig: Italien langsam hinter uns lassen und die Rückreise fortsetzen.
Nächster Halt auf unserer Rückreise: Reschenpass.
Für eine Nacht verschlägt es uns nach Graun im Vinschgau – dorthin, wo der berühmte Kirchturm aus dem Reschensee ragt und die Berge schon deutlich nach Heimweg aussehen.
🌡️ 33 °C


















