Mein Geburtstag begann mit azurblauem Himmel, klarer Luft und einer der schönsten Auffahrten unserer Reisen. Mit der roten Téléphérique schwebten wir langsam hinauf auf den Mont Faron oberhalb von Toulon. Unter uns verschwanden Straßen, Häuser und der Hafen immer mehr in der Tiefe, während sich vor uns die felsigen Höhenzüge der Provence öffneten. Bereits während der Fahrt bot sich ein atemberaubender Blick über Toulon, die Küste und das glitzernde Mittelmeer.
Oben erwartete uns genau das, was man sich von einer Wanderung in Südfrankreich erträumt: trockene Pinienwälder, schroffe Felsen, staubige Schotterpisten und ein nahezu endloser Blick über die Provence. Der Mont Faron erhebt sich auf knapp 590 Meter Höhe über Toulon und eröffnet immer wieder spektakuläre Aussichtspunkte über Küste, Berge und Meer.
Die Wanderung führte uns in einem stetigen auf und ab über helle Schotterwege, vorbei an schroffen Kalksteinfelsen und durch lichte Pinienwälder. Der Wind zog angenehm über die Höhenzüge und brachte immer wieder diese besondere Ruhe mit sich, die man nur an solchen Orten findet.
Schon bald erreichten wir das mächtige Fort du Mont Faron. Die alten Festungsmauern wirkten massiv und gleichzeitig fast verloren zwischen Bäumen und Felsen. Von oben bot sich ein beeindruckender Blick hinunter auf Toulon und die umliegenden Berge. Gegen Ende der Wanderung tauchten zusätzlich noch einige verfallene Ruinen auf – vermutlich Überreste alter Behausungen oder militärischer Anlagen, die heute langsam von der Natur zurückerobert werden.
Besonders faszinierend waren die kleinen Bewohner des Berges. Zwischen den hellen Steinen entdeckten wir immer wieder winzige Goldaugenspringspinnen. Die leuchtend roten Männchen waren sofort zu erkennen, während die Weibchen mit ihrer grauen Färbung deutlich unauffälliger zwischen Geröll und Felsen verschwanden. Erst beim genaueren Hinsehen bemerkte man ihre neugierigen Bewegungen und die erstaunlich großen Augen. Immer wieder ging ich in die Hocke, beobachtete diese kleinen Jäger zwischen den Steinen und versuchte sie mit der Kamera einzufangen.
Auch die Pflanzenwelt zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Kleine violette Blüten trotzten dem trockenen Boden, Schmetterlinge flatterten über die Wege und zwischen den Felsen öffneten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke über die endlosen grünen Hügelketten der Provence.
Die mächtigen Wolken über den Bergen sorgten ständig für wechselndes Licht. Mal lag die Landschaft in strahlender Sonne, dann wieder wanderten große Schatten über Täler und Felsformationen. Genau diese Mischung aus Weite, Natur und Geschichte machte diesen Tag so besonders.
Es war kein lauter Geburtstag. Kein großer Trubel. Sondern ein Tag voller frischer Luft, grandioser Ausblicke und kleiner Entdeckungen am Wegesrand – irgendwo hoch über Toulon zwischen alten Mauern, schroffen Felsen und mediterraner Wildnis.
Es war einer dieser seltenen Geburtstage, die man nicht mit Geschenken verbindet, sondern mit Momenten. Mit Wind auf den Höhenzügen, dem Blick über Toulon, den alten Mauern des Forts und kleinen roten Spinnen zwischen sonnenwarmen Steinen.
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